Wer neue Reifen auf die vorhandenen Felgen montieren lassen möchte, sollte nicht nur den Preis pro Reifen betrachten. Entscheidend ist, ob Demontage, Aufziehen, Auswuchten, neue Ventile, RDKS-Service und die Montage am Fahrzeug bereits enthalten sind. Ich zeige, mit welchen Kosten Sie in Deutschland 2026 realistisch rechnen sollten und woran Sie ein faires Angebot erkennen.
Mit diesen Beträgen können Sie beim Reifenservice rechnen
- Kompletträder umstecken: meist 25 bis 45 Euro für vier Räder.
- Neue Reifen auf vorhandene Felgen ziehen: etwa 80 bis 150 Euro pro Satz inklusive Auswuchten.
- Große Alufelgen, Runflat- oder UHP-Reifen: können den Preis auf 150 bis 200 Euro erhöhen.
- Zusatzkosten: entstehen häufig durch Ventile, RDKS, Entsorgung, Reinigung oder Einlagerung.
- Auswuchten: ist bei neu montierten Reifen sinnvoll, beim bloßen Wechsel kompletter Räder aber nicht immer erforderlich.

Was das Aufziehen von Reifen wirklich kostet
Beim Reifenservice werden zwei Arbeiten oft miteinander verwechselt. Beim Räderwechsel werden komplette Räder, also Reifen samt Felge, am Fahrzeug getauscht. Beim Reifenaufziehen wird der Reifen dagegen von der Felge abgezogen und ein anderer Reifen auf dieselbe Felge montiert. Das ist deutlich aufwendiger und deshalb teurer.
| Leistung | Richtwert für vier Räder |
|---|---|
| Kompletträder umstecken | 25 bis 45 Euro |
| Kompletträder umstecken und auswuchten | 40 bis 80 Euro |
| Reifen auf Stahlfelgen montieren und auswuchten | 55 bis 95 Euro |
| Reifen auf Standard-Alufelgen montieren und auswuchten | 75 bis 130 Euro |
| Runflat-, UHP- oder große Reifen montieren | 100 bis 160 Euro |
Als grobe Orientierung nennt auch der ADAC für den Räderwechsel inzwischen häufig Preise von 100 Euro und mehr, wenn größere Räder, Zusatzleistungen oder eine Einlagerung hinzukommen. Für das reine Aufziehen neuer Reifen liegen Werkstattangebote oft zwischen 80 und 150 Euro für alle vier Räder.
Ich würde bei einem normalen Kleinwagen mit 15- oder 16-Zoll-Felgen einen Rechnungsbetrag von etwa 70 bis 110 Euro für die reine Montage inklusive Wuchten als plausibel ansehen. Bei einem SUV mit 19-Zoll-Alufelgen oder empfindlichen Niederquerschnittsreifen sind dagegen 130 bis 180 Euro nicht ungewöhnlich.
Welche Arbeiten auf der Rechnung stehen
Das Aufziehen besteht nicht aus einem einzigen Handgriff. Die Werkstatt muss das Rad gegebenenfalls vom Fahrzeug abnehmen, die alte Karkasse von der Felge lösen, den neuen Reifen montieren, den korrekten Luftdruck einstellen und das Rad auswuchten. Erst danach wird es wieder am Fahrzeug befestigt.
Demontage und Montage
Für das Abziehen des alten Reifens berechnen Betriebe häufig 4 bis 10 Euro pro Rad. Das eigentliche Montieren des neuen Reifens kostet bei Stahlfelgen meist weniger als bei Alufelgen. Große Durchmesser, steife Seitenwände und Runflat-Reifen erhöhen den Arbeitsaufwand spürbar.
Auswuchten
Beim Auswuchten wird eine Unwucht des Rades mit kleinen Gewichten ausgeglichen. Ohne diesen Arbeitsschritt können bei höheren Geschwindigkeiten Vibrationen am Lenkrad auftreten. Für ein neu aufgezogenes Reifenmodell halte ich das Auswuchten für praktisch unverzichtbar, selbst wenn es nicht immer separat auf der Rechnung erscheint.
Beim saisonalen Wechsel bereits ausgewuchteter Kompletträder ist ein erneutes Wuchten dagegen nicht automatisch nötig. Zeigen sich keine Vibrationen, sind die Reifen gleichmäßig abgefahren und gab es keinen Bordsteinkontakt, kann man sich diese Position oft sparen. Genau hier entstehen nach meiner Erfahrung viele unnötige Zusatzkosten.
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Ventile und Reifendruckkontrolle
Bei einer neuen Reifenmontage werden oft auch die Gummiventile erneuert. Das kostet meist 2 bis 5 Euro pro Rad. Bei Fahrzeugen mit direktem RDKS, also einem Reifendruckkontrollsystem mit Sensoren im Rad, können zusätzlich Service, Programmierung oder ein Sensortausch berechnet werden.
Ein indirektes System arbeitet hingegen über die Raddrehzahlen des ABS und besitzt keine Drucksensoren im Reifen. Nach dem Wechsel muss dann häufig nur das System im Fahrzeug zurückgesetzt werden. Fragen Sie deshalb vorab, welches RDKS Ihr Auto verwendet und ob das Anlernen im Paket enthalten ist.
Warum Felgengröße und Reifenart den Preis verändern
Ein Reifen auf einer kleinen Stahlfelge lässt sich normalerweise schneller und unkomplizierter montieren als ein steifer Reifen auf einer großen Leichtmetallfelge. Der Preisunterschied entsteht nicht nur durch die Größe, sondern auch durch das Risiko, Felge oder Reifen bei der Montage zu beschädigen.
| Ausführung | Typischer Montagepreis pro Rad | Was den Preis beeinflusst |
|---|---|---|
| Stahlfelge bis 16 Zoll | 14 bis 23 Euro | einfachere Montage, meist geringerer Zeitaufwand |
| Standard-Alufelge bis 18 Zoll | 19 bis 32 Euro | Schonmontage, Klebegewichte und Felgenschutz |
| 19 Zoll und größer | 25 bis 40 Euro | mehr Gewicht, größere Reifen und höhere Sorgfalt |
| Runflat oder UHP | 26 bis 45 Euro | steife Seitenwand und anspruchsvollere Montage |
Bei Runflat-Reifen bleibt das Fahrzeug auch bei starkem Druckverlust noch begrenzt fahrfähig. Ihre verstärkte Seitenwand macht die Montage schwieriger. UHP-Reifen, also besonders leistungsorientierte Reifen mit sehr direktem Handling, sind ähnlich steif und können ebenfalls einen Aufpreis verursachen.
Auch ein SUV oder Transporter schlägt meist stärker zu Buche. Schwerere Räder erfordern mehr körperlichen und technischen Aufwand. Ich würde bei einem Angebot deshalb nicht nur auf die Zollgröße schauen, sondern auch nach der Fahrzeugklasse und möglichen Aufschlägen für schwere Räder fragen.
Welche Zusatzkosten häufig dazukommen
Ein günstiger Grundpreis kann auf den ersten Blick attraktiv wirken, sagt aber wenig über den Endbetrag aus. Erst die Nebenpositionen zeigen, was der komplette Auftrag tatsächlich kostet.
- Altreifenentsorgung: meist 3 bis 8 Euro pro Reifen.
- Neue Gummiventile: häufig 8 bis 20 Euro für den kompletten Satz.
- RDKS-Service: je nach Fahrzeug und Werkstatt etwa 10 bis 40 Euro.
- Reifenwäsche: meist 10 bis 25 Euro pro Satz.
- Einlagerung: ungefähr 30 bis 80 Euro pro Saison, mit Wechsel und Reinigung oft 80 bis 150 Euro.
- Fremdreifen-Aufschlag: möglich, wenn die Reifen nicht bei derselben Werkstatt gekauft wurden.
Besonders bei online gekauften Reifen sollten Sie den Fremdreifen-Aufschlag vorher klären. Manche Werkstätten berechnen dafür 10 bis 25 Euro pro Satz, andere lehnen die Montage angelieferter Reifen komplett ab. Das ist wirtschaftlich relevant, weil ein vermeintlich günstiger Onlinekauf durch Montage, Versand und Entsorgung schnell weniger attraktiv wird.
Eine Achsvermessung gehört normalerweise nicht zum Reifenaufziehen. Nach einem harten Bordsteinaufprall, schiefem Lenkrad oder einseitig abgefahrenem Profil kann sie aber sinnvoll sein. Sie kostet häufig 70 bis 150 Euro und sollte nicht einfach als Standardposition gebucht werden, wenn keine Anzeichen für ein Problem bestehen.
Reifen selbst wechseln oder die Werkstatt beauftragen
Kompletträder kann man mit passendem Wagenheber, Drehmomentschlüssel und etwas Erfahrung selbst wechseln. Das spart je nach Werkstatt ungefähr 25 bis 80 Euro pro Saison. Die Radschrauben müssen dabei mit dem vom Fahrzeughersteller vorgegebenen Drehmoment angezogen werden.
Das eigentliche Aufziehen eines Reifens auf eine Felge ist eine andere Sache. Dafür braucht man eine Montiermaschine, eine Auswuchtmaschine und Erfahrung im Umgang mit Alufelgen und RDKS-Sensoren. Ich würde diesen Arbeitsschritt nicht mit Montiereisen in der heimischen Garage versuchen. Das Verletzungsrisiko und die Gefahr einer beschädigten Felge stehen in keinem vernünftigen Verhältnis zur möglichen Ersparnis.
Nach jeder Radmontage sollten die Schrauben nach ungefähr 50 bis 100 Kilometern kontrolliert beziehungsweise nachgezogen werden, sofern der Betrieb nichts anderes vorgibt. Außerdem gehören Luftdruck, Laufrichtung und die Position von Vorder- und Hinterachse zur abschließenden Kontrolle.
So erkennen Sie ein faires Angebot
Ein gutes Angebot nennt nicht nur einen Paketpreis, sondern beschreibt den enthaltenen Umfang. Ich frage vor der Terminvereinbarung immer nach vier Punkten: Sind Demontage und Montage am Fahrzeug dabei, wird ausgewuchtet, werden Ventile erneuert und ist die Altreifenentsorgung enthalten?
- Fahrzeugmodell und Reifengröße mitteilen.
- Erfragen, ob es um Kompletträder oder um Reifen auf vorhandenen Felgen geht.
- Nach möglichen Aufschlägen für Alufelgen, Runflat, RDKS und angelieferte Reifen fragen.
- Den Endpreis inklusive Mehrwertsteuer, Entsorgung und Montage am Fahrzeug bestätigen lassen.
Ein Beispiel macht die Rechnung greifbar. Bei vier 16-Zoll-Reifen können 80 Euro Montage und Auswuchten, etwa 16 Euro für Ventile und 20 Euro für die Entsorgung zusammen rund 116 Euro ergeben. Bei 19-Zoll-UHP-Reifen mit RDKS kann derselbe Auftrag dagegen schnell bei 160 Euro oder mehr liegen.
Das günstigste Angebot ist deshalb nicht automatisch das beste. Entscheidend sind eine beschädigungsfreie Montage, korrektes Auswuchten und eine klare Rechnung ohne überraschende Zusatzpositionen. Der Preisunterschied von 20 Euro ist aus meiner Sicht gut angelegt, wenn die Werkstatt sauber arbeitet und die sicherheitsrelevanten Kontrollen wirklich durchführt.
Die wichtigste Zahl ist der vollständige Endpreis
Für vier normale Reifen auf vorhandenen Felgen sollten Sie 2026 grob mit 80 bis 150 Euro für Montage und Auswuchten rechnen. Kompletträder umstecken ist deutlich günstiger, während große Felgen, Runflat-Reifen, RDKS und Einlagerung den Betrag erhöhen können.
Am zuverlässigsten vergleichen Sie Angebote, indem Sie immer denselben Leistungsumfang anfragen. So sehen Sie sofort, ob ein niedriger Grundpreis tatsächlich günstig ist oder ob die fehlenden Positionen später auf der Rechnung auftauchen.